Urban Age Award 2010 Mexiko-Stadt

Der Gewinner des 4. Deutsche Bank Urban Age Awards, der am 22. Juli 2012 in Mexiko-Stadt verliehen wurde, stellte unter Beweis, wie Bürgerprojekte – mit tatkräftiger Unterstützung von Universitäten, lokalen Behörden und anderen Organisationen – das Gemeinschaftsleben und die Umwelt verbessern und die Lebensbedingungen in modernen Metropolen deutlich aufwerten können.

Mexiko-Stadt ist mit großen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Herausforderungen sowie gewaltigen Umwelt- und Verwaltungsproblemen konfrontiert. Informelle Stadtentwicklung hat Mexiko-Stadt rasant wachsen lassen. Außerdem haben Naturkatastrophen und eine Wirtschaftskrise ihre Spuren in der Stadt hinterlassen und dazu geführt, dass die Gewalt deutlich angestiegen ist und mehr und mehr öffentlicher Raum brachliegt. All diesen Schwierigkeiten zum Trotz beobachtet die Stadt aber auch, dass sich die Lebensqualität auf lokaler Ebene verbessert. Das ist größtenteils den Bewohnern zu verdanken, die die Stadt mit ihren eigenen Händen weiterentwickeln und mit ihrem Engagement für das Allgemeinwohl aktiv die Zukunft der Metropole gestalten.
Die 193 Bewerbungen um den 4. Deutsche Bank Urban Age Awards entstammen einer Vielzahl gesellschaftlicher und geografischer Hintergründe und weisen auf einen großen und vielfältigen Pool an Partnerschaften hin, die sich für die Verbesserung der Umwelt und die Steigerung der Lebensqualität einsetzen. Die Unterstützung durch Universitäten, lokale Behörden und Regierungsprogramme sowie die Kooperation zwischen verschiedenen Vereinen und Initiativen haben großen Anteil am Erfolg dieser Projekte gehabt.
Marcel Ebrard

Mexiko-Stadts Bürgermeister Marcelo Ebrard (3.v.l.) mit den Urban Age Award-Gewinnern der Asamblea Comunitaria de Miravalle.

Die ausgezeichnete Asamblea Comunitaria de Miravalle füllt öffentlichen Raum in Mexiko-Stadt mit neuem Leben. Das umfangreiche Projekt umfasst kulturelle Angebote sowie Bildungs-, Gesundheitsfürsorge-, Beschäftigungs- und Recyclingprogramme.

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Die Gewinner der Asamblea Comunitaria de Miravalle freuen sich über die Auszeichnung.
Miravalle recycling

Miravalle leitet ein Müllverwertungsprojekt, für das jede Woche zwei Tonnen Kunststoff gesammelt und recycelt werden – so sind bereits Arbeitsplätze für 30 junge Menschen entstanden.

Die Asamblea wurde von Einwohnern unterschiedlicher ethnischer Herkunft in Iztapalapa, einem traditionell armen Bezirk im Osten der Stadt, gegründet, die neu nach Mexiko-Stadt gezogen waren. Das gesamte Projekt baut auf dem Engagement der Bewohner von Miravalle auf und fördert die Zusammenarbeit mit Menschen vor Ort sowie Organisationen aus dem Bezirk oder der Metropolregion. Im Rahmen eines Müllverwertungsprojekts werden jede Woche zwei Tonnen Kunststoff gesammelt und recycelt – so wurden Arbeitsplätze für 30 junge Menschen geschaffen. Außerdem wird ein Gemüsegarten betrieben, der frische Erzeugnisse für den Comedor liefert und so eine gesunde Ernährung gewährleistet. In der Gemeinschaftsküche werden kostengünstige Mahlzeiten ausgegeben. Zu den vielfältigen Angeboten des Projekts gehören auch zahlreiche sportliche und kulturelle Aktivitäten – Kunstworkshops, Tanzstunden, eine Skateboard-Anlage – und Bildungsprogramme, in denen den Bewohnern technische Kenntnisse vermittelt werden.
Miravalle cooking
Miravalle betreibt außerdem einen Gemüsegarten, der frische Erzeugnisse für den Comedor liefert und so eine gesunde Ernährung gewährleistet.
Zwei weitere Projekte erhielten eine "Special Mention": Das Kooperationsprojekt Centro Cultural Consejo Agrarista widmet sich der Gang-Thematik. Es akzeptiert Gangs als legitime Ausdrucksform kollektiver Identität und macht sich für legale Graffitis und künstlerische Arbeiten als Alternative zum Drogenkonsum stark. Das Projekt Recuperando Espacios para la Vida engagiert sich für die Wiedergewinnung von Lebensraum.
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