Digitales Zeitalter

Digitalität durchdringt unsere Gesellschaft. Wir kommunizieren, konsumieren, wirtschaften und spielen digital. Die Kombination von Daten und Rechenleistung macht scheinbar sogar das digitale Denken möglich.

Konrad Zuse

Die Gefahr, dass der Computer so wird wie der Mensch, ist nicht so groß wie die Gefahr, dass der Mensch so wird wie der Computer.

Konrad Zuse, Bauingenieur, Erfinder und Unternehmer (22. Juni 1910-18. Dezember 1995)

In Berlin, an einem Tag, auf einer Bühne: In Kurzpräsentationen zeigte das Digital Science Match aktuelle Trends und neue Forschungsergebnisse aus dem Bereich High-Tech und Digitalisierung.

Das Digital Science Match brachte in diesem Jahr 40 Referenten auf die Bühne des Kosmos in Berlin Friedrichshain. Vor etwa 1000 Gästen präsentierten diese aktuelle Entwicklungen, Ideen und Innovationen aus einem breiten Spektrum von Digitalisierungsthemen.

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Der Tag startete komplex mit der Vormittagssession zu Simulation und High Performance Computing, meist an der Schnittstelle von Digitalisierung und medizinischer Forschung. Chris Sander, Harvard Medical School and Dana Farber Cancer-Institute, eröffnete mit einer Key Note zu Zusammenhängen zwischen Big Data, „Protein Folding“ und Krebstherapie. Vorwiegend im Science Match Format, das jedem Referenten ganz genau 5 Minuten Redezeit zur Verfügung stellt, thematisierten die Beiträge der folgenden drei Sessions Big Data und Künstliche Intelligenz, Digital Sovereignty und Digital Technologies.

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Anna Herrhausen, Geschäftsführerin der Alfred Herrhausen Gesellschaft, führte in die Nachmittagssession zu Digital Sovereignty ein. Ihre Fragestellung „Who is the sovereign in the Digital Age?“ nahmen verschiedene Präsentationen des Nachmittags auf und diskutieren sie aus unterschiedlichen Blickwinkeln.

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Das Digital Science Match war der Auftakt der Konferenz Digital Future 2017. Der Tagesspiegel lud bereits zum dritten Mal zu diesem Format, das wegweisender Forschung eine international anerkannte Bühne bietet. Die Veranstaltung bringt High-Tech Wirtschaft, junge Spitzenwissenschaftler und Start-Ups zusammen. Die Alfred Herrhausen Gesellschaft war 2017 erstmals Partner des Digital Science Match und präsentierte außerdem in der „Experience Corner“ fünf junge Initiativen der digitalen Zivilgesellschaft.

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Das Digital Science Match feiert mit dem Veranstaltungsdatum auch einen besonderen Geburtstag und Geburtsort: Am 12. Mai 1939 präsentierte Konrad Zuse in Berlin der Öffentlichkeit den ersten digitalen Computer „Z3“.

Das Digitale hat die Tür zu einer wundervollen neuen Welt aufgestoßen, in der scheinbar alles möglich ist. Doch bei allem Komfort, den uns die digitale Welt bietet, birgt sie auch Risiken und Nebenwirkungen.

Das Digital Society Studio fand am 13. Mai als zweiter Teil der Digital Future Conference 2017 statt. Unter Zuschauern und Sprechern waren Experten aus Geistes-, Sozial- und Wirtschaftswissenschaften, aber auch Autoren und Gäste aus Technologie und bildender Kunst, aus Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft. Beabsichtigt war ein intensiver Dialog zwischen Technologie-Experten und Wissenschaftlern anderer Disziplinen, angebunden an das technikorientierte Digital Science Match am Vortag.

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Das Digital Society Studio fokussierte drei Themenschwerpunkte. Die erste Session fragte nach „Werten“ und gesellschaftlicher Transformation: Auf welchen Werten wollen wir eine digitale Gesellschaft aufbauen? Gibt es eine Ethik in der digitalen Gesellschaft, hat sie Kultur oder gar eine Leitkultur? Offenbar assoziieren viele Menschen Angst und Unsicherheit mit dem Leben in einer zunehmend digitalisierten Welt. Viele Antworten, die in der Diskussion hierauf entwickelt wurden, berührten das Thema Bildung und Ausbildung: Nicht nur in Schulen, sondern auch ganz generell müsse das Wissen wachsen, beispielsweise über Algorithmen. Auch plädierten die Diskutanten für einen sachlicheren Umgang mit der oft mystifizierten digitalen Welt.

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Die zweite Session mit dem Thema „Recht “ diskutierte Gültigkeit und Anwendbarkeit von Gesetzen und Vorschriften in einer digitalen Gesellschaft. In Übereinstimmung darin, dass eine auf die digitale Gesellschaft zugeschnittene Gesetzgebung und Rechtsprechung nötig seien, zeigten sich im Diskurs schnell die Schwierigkeiten: Wie kann eine Balance zwischen individuellen Rechten und der Meinungsfreiheit gefunden werden? Gegenstand der Diskussion war zudem die komplizierte und oft unmögliche Anwendung bestehenden Rechts. Beispiele hierfür waren Cyber Mobbing und Drohungen, die die Grenzen zwischen virtueller und realer Welt überschreiten.

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Unter dem Leitbegriff „Wohlstand“ thematisierte die dritte Session Fragen der Wirtschaft und Ordnungspolitik. Heute, so wurde konstatiert, sei es gänzlich offen, ob durch Digitalisierung insgesamt Arbeitsplätze entstünden oder verloren gingen. Es überwog die Ansicht, dass, trotz des zu erwartenden Jobverlustes in vielen Bereichen, der Mensch ausreichend kreativ und anpassungsfähig sei, um neue Arbeitsfelder zu erschließen und damit Jobs zu schaffen, die Teil unserer digitalen Zukunft und heute noch nicht vorhersehbar sind.

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Weitere Informationen

Kontakt

Alfred Herrhausen Gesellschaft
Unter den Linden 13/15
10117 Berlin

 

T. +49 (0)30 3407 4206
info.ahg@db.com

Partner

Digital Science Match ist eine Konferenz des Tagesspiegels mit den Partnern Alfred Herrhausen Gesellschaft, Berlin Big Data Center, Einstein Center Digital Future und Zuse Institut Berlin.

 

Digital Society Studio ist eine Konferenz der Alfred Herrhausen Gesellschaft und des Tagesspiegels.

 

Veranstaltungsdetails

Das Digital Science Match fand am 12. Mai im Kosmos Kino in der Karl-Marx-Allee 131a, 10243 Berlin, statt.

 

Das Digital Society Studio fand am 13. Mai im Café Moskau, Karl-Marx-Allee 34, 10178 Berlin, statt.